Sonnenschutz am Rücken: So gelingt Eincremen ohne Hilfe
Gesicht, Arme, Brust und Bauch lassen sich innerhalb weniger Minuten eincremen. Spätestens an den Schulterblättern endet jedoch die menschliche Beweglichkeit und der Sonnenschutz wird zu einer überraschend anspruchsvollen Turnübung. Einige Männer erreichen den oberen Rücken, andere den unteren, aber nur wenige schaffen es, die gesamte Fläche gleichmäßig mit Sonnencreme zu bedecken. Das Problem wird häufig gelöst, indem man jene Stellen ignoriert, an die man nicht herankommt. Am Strand genügt dann ein Nachmittag, um die vergessenen Bereiche deutlich sichtbar zu machen. Der Rücken gehört bei Männern zu den Körperstellen, die der Sonne häufig großflächig ausgesetzt werden, obwohl sie im Alltag meist von Kleidung bedeckt sind. Gerade deshalb sollte man ihn nicht erst beachten, wenn das Schlafen auf dem Rücken plötzlich unmöglich geworden ist.
Sonnencreme ist nur ein Teil des Schutzes
Sonnencreme sollte nicht als Freibrief für unbegrenzte Zeit in der Sonne verstanden werden. Kleidung, Schatten und die Vermeidung besonders intensiver UV-Belastung gehören ebenfalls zu einem vernünftigen Sonnenschutz. Das Deutsche Krebsforschungszentrum weist darauf hin, dass Sonnencreme das Risiko eines Sonnenbrands senken kann, jedoch keinen vollständigen Schutz vor Hautkrebs bietet. UV-Strahlung gilt als wichtigster Risikofaktor für nahezu alle Hautkrebsarten. Ein eingecremter Rücken darf deshalb nicht automatisch länger in der Sonne bleiben, als es ohne Creme vernünftig wäre. Wer sich im Schatten aufhält oder ein T-Shirt trägt, muss sich außerdem deutlich weniger mit der Frage beschäftigen, ob zwischen den Schulterblättern noch eine handtellergroße Stelle fehlt.
Warum die eigenen Hände nicht ausreichen
Die meisten Menschen können ihre Hände hinter dem Rücken zusammenführen, erreichen damit aber längst nicht jede Stelle. Besonders der Bereich in der Mitte zwischen den Schulterblättern bleibt problematisch. Beim Versuch, ihn dennoch zu erreichen, wird die Creme häufig nur mit den Fingerspitzen verteilt. Dadurch entstehen dick eingecremte Ränder und eine fast unbehandelte Mitte. Auch Spiegel helfen nur begrenzt. Man erkennt zwar, wo die Hand hinmüsste, kann die Schulter aber trotzdem nicht weiter drehen. Wer allein lebt, allein verreist oder sich im Freibad nicht vom Liegenachbarn eincremen lassen möchte, braucht deshalb kein zusätzliches Gelenk, sondern ein geeignetes Hilfsmittel.
Eincremehilfen mit langem Griff funktionieren am zuverlässigsten
Für das selbstständige Eincremen des Rückens gibt es spezielle Applikatoren mit einem langen oder gebogenen Griff. Am Ende befindet sich meist eine weiche Fläche, ein Schwamm oder eine kleine Rolle, auf der die Sonnencreme verteilt wird. Damit lässt sich der Rücken ähnlich behandeln wie eine Wand mit einem Farbroller, nur hoffentlich mit etwas weniger Materialverlust. Ein Modell mit leicht gebogenem Griff erreicht die Rückenmitte meist besser als ein vollständig gerader Stab. Wichtig ist, dass der Griff stabil genug ist, um leichten Druck auszuüben, und die Auftragsfläche keine harten Kanten besitzt. Nach der Anwendung sollte das Hilfsmittel gründlich gereinigt und vollständig getrocknet werden, damit alte Cremereste nicht bis zum nächsten Urlaub darin wohnen bleiben.
Eine weiche Körperbürste kann zweckentfremdet werden
Wer keine spezielle Eincremehilfe kaufen möchte, kann eine saubere Körperbürste mit langem Griff verwenden. Entscheidend ist eine weiche, möglichst glatte Auftragsfläche. Harte Borsten sind ungeeignet, weil sie die Creme eher zwischen den Borsten sammeln als auf der Haut verteilen. Besser funktioniert eine Bürste mit einem abnehmbaren weichen Pad oder einem feinporigen Schwamm. Die Sonnencreme wird nicht direkt in großen Mengen auf das Hilfsmittel gegeben, sondern zunächst in mehreren kleinen Portionen verteilt. Anschließend führt man die Bürste langsam und mit überlappenden Bewegungen über den Rücken. Das Ergebnis sollte gleichmäßig glänzen, ohne dass einzelne dicke Streifen zurückbleiben.
Die Handtuchmethode ist einfach, aber nicht perfekt
Eine häufig empfohlene Notlösung besteht darin, Sonnencreme auf die Mitte eines alten, weichen Handtuchs oder eines breiten Stoffstreifens zu geben. Das Tuch wird hinter den Rücken geführt und an beiden Enden festgehalten. Durch seitliche Bewegungen lässt sich die Creme ähnlich verteilen wie beim Abtrocknen. Diese Methode erreicht große Teile des Rückens und benötigt kein spezielles Zubehör. Allerdings zieht ein Teil der Sonnencreme in den Stoff ein, sodass schwer einzuschätzen ist, wie viel tatsächlich auf der Haut landet. Außerdem können schnell einzelne Bereiche ausgelassen werden. Für einen spontanen Ausflug ist die Handtuchmethode brauchbar, für regelmäßige Anwendungen ist ein abwaschbarer Applikator meist praktischer und sparsamer.
Frischhaltefolie gleitet besser als Stoff
Eine weitere improvisierte Möglichkeit ist ein ausreichend breiter Streifen stabiler Frischhaltefolie. Auf die Mitte der Folie werden mehrere kleine Portionen Sonnencreme gegeben. Anschließend hält man beide Enden fest und bewegt die Folie vorsichtig über den Rücken. Anders als ein Handtuch saugt die Folie kaum Creme auf und gleitet relativ leicht über die Haut. Sie kann sich allerdings zusammenrollen oder an bereits eingecremten Stellen festkleben. Außerdem besteht die Gefahr, dass der größte Teil der Creme seitlich herausgedrückt wird, wenn man zu stark zieht. Wer diese Methode ausprobiert, sollte langsam arbeiten und die Folie danach entsorgen. Elegant sieht das Verfahren nicht aus, aber Körperpflege muss allein im Badezimmer keinen Publikumspreis gewinnen.
Sprays erleichtern das Auftragen, lösen aber nicht jedes Problem
Sonnenschutzsprays wirken für den Rücken besonders praktisch, weil sie sich auch aus einiger Entfernung auftragen lassen. Einige Produkte können sogar über Kopf oder in verschiedenen Winkeln sprühen. Trotzdem bedeutet ein sichtbarer Sprühnebel noch nicht, dass die Haut vollständig und ausreichend bedeckt ist. Wind kann einen Teil des Produkts wegtragen, und schwer erreichbare Bereiche werden leicht nur oberflächlich benetzt. Bei vielen Sprays sollte das Produkt nach dem Aufsprühen zusätzlich mit der Hand oder einer Eincremehilfe verteilt werden. Außerdem darf der Sprühnebel nicht eingeatmet werden. In geschlossenen Räumen sollte man deshalb ausreichend lüften und das Produkt nicht in Richtung Gesicht sprühen. Ein Spray kann das Verteilen erleichtern, ersetzt aber nicht die Kontrolle, ob tatsächlich der gesamte Rücken bedeckt ist.
Mehrere kleine Portionen sind besser als ein großer Klecks
Unabhängig vom verwendeten Hilfsmittel sollte Sonnencreme in mehreren kleinen Portionen aufgetragen werden. Ein großer Klecks wird beim ersten Kontakt über einen kleinen Bereich verteilt, während für den Rest des Rückens kaum noch etwas übrig bleibt. Sinnvoller ist es, den Rücken gedanklich in Zonen zu teilen: beide Schultern, oberer Rücken, Rückenmitte, Seiten und unterer Rücken. Jede Zone erhält eine eigene Portion. Anschließend werden die Bereiche mit überlappenden Bewegungen miteinander verbunden. Auf diese Weise entstehen weniger unbehandelte Lücken. Gerade an den Übergängen zu Nacken, Oberarmen, Achseln und Badehose lohnt sich besondere Aufmerksamkeit, weil diese Stellen schnell übersehen werden.
Der Rücken braucht ausreichend Sonnencreme
Viele Menschen verwenden deutlich weniger Sonnencreme, als für den angegebenen Lichtschutzfaktor erforderlich wäre. Der Rücken ist eine große Fläche, die sich mit einem kleinen Rest aus der Flasche nicht zuverlässig schützen lässt. Die American Academy of Dermatology empfiehlt für unbedeckte Haut ein breit wirksames, wasserbeständiges Sonnenschutzmittel mit mindestens Lichtschutzfaktor 30. Beim Rücken sollte das Hilfsmittel deutlich mit Creme benetzt sein, ohne dass das Produkt daran herunterläuft. Ist nach dem Verteilen kaum erkennbar, ob überhaupt Creme aufgetragen wurde, war die Menge wahrscheinlich eher knapp. Zu sparsames Eincremen macht aus einem hohen Lichtschutzfaktor keinen niedrigen, sondern einen schwer berechenbaren Schutz.
Ein Spiegel hilft bei der Abschlusskontrolle
Ein großer Wandspiegel und ein kleiner Handspiegel sind für die Kontrolle hilfreicher als für das eigentliche Eincremen. Nachdem die Sonnencreme verteilt wurde, stellt man sich mit dem Rücken vor den großen Spiegel und betrachtet die Haut über den Handspiegel. Besonders bei Cremes, die kurzzeitig einen leichten weißen Film hinterlassen, lassen sich Lücken gut erkennen. Transparente Sprays und sehr schnell einziehende Lotionen sind schwieriger zu kontrollieren. In diesem Fall hilft eine systematische Reihenfolge mehr als der Blick in den Spiegel. Wer immer an der rechten Schulter beginnt und sich in Bahnen über den Rücken arbeitet, vergisst weniger Stellen als jemand, der das Hilfsmittel zufällig hin und her bewegt.
Rechtzeitig vor dem Sonnenbad beginnen
Das Eincremen sollte nicht erst stattfinden, wenn man bereits verschwitzt am Strand steht. Auf trockener Haut lässt sich das Produkt gleichmäßiger verteilen und haftet besser. Die American Academy of Dermatology empfiehlt, Sonnencreme ungefähr 15 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien aufzutragen. Dadurch bleibt außerdem genügend Zeit, den Rücken im Spiegel zu kontrollieren, die Hände zu waschen und das Hilfsmittel zu reinigen. Wird Sonnencreme erst zwischen Handtuch, Badetasche und wartenden Kindern hektisch verteilt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Bereiche unbehandelt bleiben. Eine ruhige Vorbereitung im Badezimmer ist weniger männlich-abenteuerlich, führt aber meistens zum besseren Ergebnis.
Nachcremen darf nicht vergessen werden
Ein einmal eingecremter Rücken bleibt nicht automatisch den gesamten Tag geschützt. Sonnencreme kann durch Schwimmen, Schwitzen, Abtrocknen und Reibung verloren gehen. Fachgesellschaften empfehlen, den Schutz im Freien ungefähr alle zwei Stunden und außerdem nach dem Schwimmen oder starken Schwitzen zu erneuern. Gerade am Rücken reibt ein Handtuch viel Produkt ab. Auch das Anlehnen an eine Liege, das Tragen eines Rucksacks oder ein enges Shirt kann den Schutz beeinträchtigen. Die Eincremehilfe sollte deshalb nicht im Hotelzimmer bleiben, sondern mit an den Strand, zum See oder in den Garten genommen werden.
Wasserfest bedeutet nicht unbegrenzt haltbar
Die Bezeichnung „wasserfest“ kann den Eindruck erwecken, Sonnencreme überstehe einen Badetag ohne weitere Aufmerksamkeit. Tatsächlich bezieht sich die Angabe auf eine begrenzte Zeit im Wasser. Auch wasserbeständige Produkte müssen erneut aufgetragen werden. Die genaue Dauer sollte auf der Verpackung angegeben sein. Nach dem Schwimmen wird der Rücken häufig kräftig abgetrocknet, wodurch zusätzlicher Schutz verloren geht. Deshalb sollte man sich nicht darauf verlassen, dass eine Creme noch vorhanden ist, nur weil die Haut nicht sofort spannt oder gerötet aussieht. Sonnenbrand entwickelt sich zeitverzögert und meldet eine ausgelassene Stelle meist erst, wenn die Gelegenheit zum problemlosen Nachcremen längst vorbei ist.
Ein UV-Shirt ist oft die bequemere Lösung
Wer längere Zeit schwimmt, paddelt, gärtnert oder Sport treibt, kann den Rücken mit geeigneter Kleidung schützen. Ein dicht gewebtes Shirt oder ein ausgewiesenes UV-Schutzshirt deckt die gesamte Fläche gleichmäßig ab und muss nicht zwischen den Schulterblättern verteilt werden. Besonders bei heller oder sonnenempfindlicher Haut kann das wesentlich unkomplizierter sein. Kleidung ersetzt den Sonnenschutz allerdings nur dort, wo sie die Haut tatsächlich bedeckt. Nacken, Arme, Hände und andere freie Stellen brauchen weiterhin Schutz. Nasse, dünne oder stark gedehnte Stoffe können außerdem weniger zuverlässig schützen als trockene, dicht gewebte Materialien. Wer einen ganzen Tag am Wasser plant, fährt mit einer Kombination aus Kleidung, Schatten und Sonnencreme meist besser als mit einer möglichst dicken Cremeschicht allein.
Bei Hautveränderungen nicht selbst diagnostizieren
Der Rücken ist schwer einsehbar. Dadurch bleiben neue oder veränderte Hautstellen dort möglicherweise länger unbemerkt als an Armen oder Gesicht. Es ist sinnvoll, den Rücken gelegentlich mit zwei Spiegeln zu betrachten oder fotografieren zu lassen. Auffällige Veränderungen, nicht heilende Stellen oder deutlich veränderte Muttermale sollten ärztlich beurteilt werden. Eine Sonnencreme verhindert nicht jede Hautveränderung und ersetzt keine medizinische Untersuchung. Besonders Männer, die ihren Oberkörper regelmäßig intensiver Sonne aussetzen, sollten den Rücken nicht nur beim Eincremen beachten. Das Deutsche Krebsforschungszentrum betont, dass sich UV-bedingte Hautschäden im Laufe des Lebens ansammeln können.
Die beste Methode ist die, die tatsächlich benutzt wird
Eine teure Eincremehilfe ist nutzlos, wenn sie umständlich zu reinigen ist und deshalb zu Hause bleibt. Ein einfaches Modell mit langem Griff, glatter Auftragsfläche und unkomplizierter Reinigung reicht meistens aus. Für spontane Situationen können ein weiches Tuch oder ein Streifen Folie helfen. Sprays sind bequem, müssen aber sorgfältig und ausreichend aufgetragen werden. Entscheidend ist eine feste Reihenfolge, genügend Sonnencreme und die Bereitschaft, später nachzucremen. Wer regelmäßig allein unterwegs ist, sollte das Verfahren einmal in Ruhe ausprobieren, bevor der Rücken bereits heiß von der Sonne ist. Dann wird aus dem Eincremen keine akrobatische Prüfung, sondern eine gewöhnliche Pflegeroutine, die in wenigen Minuten erledigt ist.

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