Uhren: Geldanlage oder Alltagsbegleiter
Pünktlich zu sein ist eine wichtige Form der Höflichkeit in unserer Zeit. Das Leben läuft in geregelten Bahnen und wir bewegen uns von Termin zu Termin. Damit das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Akteuren reibungslos funktioniert, ist es wichtig, Zeiten und Orte für die Treffen zu vereinbaren. Die Uhrzeit spielt dabei eine große Rolle. Die Zeit teilt unser Leben ein und sorgt dafür, dass wir mit anderen zusammenarbeiten können und das Zusammenleben klappt. Zur Zeitmessung trägt man üblicherweise eine Uhr. Die Armbanduhr nimmt dabei immer mehr neue Rollen an. Als Smartwatch bringt sie die Kommunikation noch näher an unseren Körper. Aber auch ohne smarte Funktionen haben die Uhren heute eine zusätzliche Funktion. Kostspielige Uhren kann man als Geldanlage, oder Alltagsbegleiter sehen. Aber lohnt es sich, hohe Beträge für Uhren auszugeben und sollte man so eine Uhr dann auch tragen, oder ist sie im Tresor nicht besser aufgehoben?
Luxusuhren
Paul Picot, Rolex, Breitling, oder A. Lange & Söhne sind Namen, die man mit Preisen jenseits der fünftausend Euro verbindet. Viele Modelle kosten ein Vielfaches und für manche muss man mehr als eine Million Euro bezahlen. Wertvolle Stücke in limitierter Auflage, die atemberaubendes Design mit der Meisterklasse der Uhrmacherkunst vereinen. An die Materialien werden so hohe Ansprüche gestellt, dass Rolex beispielsweise alle Metalle selbst herstellt. Metallgießereien auf dem Werksgelände sorgen für Metall von der Qualität, das die hohe Präzission und die makellose Optik der Armbanduhren erst ermöglicht.

Kunstwerke
Aber es ist nicht nur die Qualität, die eine solche Luxusuhr ausmacht. Auch das Design spielt eine wichtige, wenn nicht die wichtigere Rolle. Eine solche Uhr hält jeder, noch so genauen Betrachtung stand. Die Kanten sind, auch wenn der Bauteil winzig ist, makellos geglättet. Im Fall von Rolex findet sich das Firmenlogo, die kleine Krone an der Schließe, an der Krone und auch im Glas, bei 6 Uhr eingraviert. Das Band ist innen, wie außen perfekt veredelt und der Index an der Lünette ist mit Platin vollendet. Alle Bauteile sind leichtgängig und die augeklügelte Schließe hält der häufigen Belastung mühelos stand.
Taucheruhr
Für Taucher konzipiert, sind die Rolex-Uhren nicht nur mit einer Lünette, sondern auch mit einer besonderen Schließe ausgestattet. Rolex nennt den Verschluss Glidelock. Mit diesem ausgeklügelten Schloss kann man das Schmuckstück leicht in der Weite verstellen und die Schließe in zwei Millimeter-Schritten weiter schließen. So kann man die Rolex auch über dem Taucheranzug tragen. Allerdings werden die meisten Stücke, die Rolex verkauft, wohl nie zum Tauchen getragen werden.

Geldanlage, oder Alltagsbegleiter
Die Optik alleine ist noch nicht alles, was eine Rolex, oder andere vergleichbare Uhren zu bieten haben. Es ist auch die Technik. Die Uhren sind durchaus dazu gebaut, als Alltagsbegleiter jeden Tag am Handgelenk ihres Besitzers die Zeit anzuzeigen. Dagegen spricht allerdings ihr Wert. Sie erleiden ein ähnliches Schicksal, wie viele Luxusfahrzeuge, die hin und wieder am Wochenende eine Runde drehen dürfen, aber ansonsten in der Garage von Inspektion zu Inspektion warten. Bedenkt man den hohen Wert einer solchen Uhr, dann ist der potentielle Wertverlust bei Beschädigung ein starkes Argument, die Uhr nicht allzu oft zu tragen.
Glänzendes Gold
Während die Reichen und Schönen mit dem Risiko gut leben können, wird man im Alltag daher selten eine echte Luxusuhr zu Gesicht bekommen. Replika Uhren ersetzen sie im Alltag und bieten dieselbe Optik und dasselbe Erlebnis am Handgelenk. Auch wenn das Uhrwerk nicht so präzise und hochwertig ist, wie im Original, kann eine solche Kopie dem Original in jeder Hinsicht das Wasser reichen. Oft erkennt nicht einmal der Fachmann, dass es sich nicht um das Original handelt. Zumindest solange er die Uhr nicht öffnet.
Smartwatch
Aber eine andere Art von Uhren ist aktuell dabei, in unseren Alltag einzuziehen. Beginnend mit einer Reihe einfacher Aktivitätstrackern, hat sich die Smartwatch entwickelt. Man kann mit ihr telefonieren, Nachrichten und E-Mails lesen und Aktivitäten mitloggen. Dass mit solchen Uhren auch eine ganze Flut an Daten entsteht, ist den Trägen meist gleichgültig. Dafür kann man neben der Uhrzeit auch die Schrittanzahl des Tages und viele andere Informationen, wie beispielsweise das Wetter direkt am Handgelenk ablesen.
Entschleunigung
Allerdings haben solche Smartwatches nicht nur Vorteile. Zuerst hat man die Mails am PC und den Notebook abgerufen. Mittlerweile ist das Smartphone ein vollwertiges Büro geworden. Beides kann man irgendwann zur Seite legen und den Abend genießen. Ist das Smartphone aber noch eingeschalten, dann wird man ständig über die Uhr über eingehende E-Mails benachrichtigt. Ein sanftes Brummen und ganz selbstverständlich und ohne es zu merken liest man die Nachrichten fast unmittelbar. Die Smartwatch ist also ein Beitrag zu einer verzerrten Work-Life-Balance. Legt man sie nicht konsequent abends ab, dann bringt sie Job, Aufgaben und mitunter Ärger direkt ans Handgelenk. Vor allem in unserer Freizeit ist das auf Dauer keine gute Entscheidung.

Pünktlich mit Stil
Auch wenn Luxusuhren erst dann sinnvoll als Geldanlage gekauft werden, wenn man ausreichend Geld zur Verfügung hat, muss man nicht auf die analogen Uhren verzichten. Ganz ohne Bluetooth, GPS und Pulsmesser reicht es aus, wenn zwei, oder drei Zeiger in der richtigen Geschwindigkeit ihre Runden drehen. Als Alltagsbegleiter reicht eine hochwertige Uhr aus dem unteren, oder mittleren Preissegment. Mit etwas Pflege und sorgfältiger Behandlung kann man auch für fünfhundert Euro eine hervorragende Uhr bekommen. Ein Stück, das ein Leben lang die Uhrzeit verlässlich anzeigt und schließlich als Erbstück an den Sohn weitergegeben werden kann.
Uhrensammlung
Uhren sind atemberaubend. Die Technik, die dahinter steckt, fasziniert uns Männer. Es geht oft nicht nur darum, wieviel Gold und welche Edelmetalle verbaut wurden. Viel überwältigender ist die winzige Mechanik, die ohne Batterie auskommt und präzise die Sekunden zählt. Neben Stunden, Minuten und Sekundenzeiger bieten die Meisterwerke auch eine Datumsanzeige, Mondphasen, eine Stoppuhr und manche sogar ein Läutwerk. Wenn die Armanduhr alle 15 Minuten einen leisen, mechanischen Gong erklingen lässt, dann weckt das garantiert das Interesse jedes Mannes. Uhren zu sammeln ist daher ein nachvollziehbares Hobby. Egal, ob man Uhren als Wertanlage, oder Alltagsbegleiter kauft, in jedem Fall üben sie eine große Faszination auf uns aus.

Richtige Lagerung
Aber genau die ausgeklügelte Mechanik macht die Uhrensammlung auch zu einer Herausforderung. Uhren sollen laufen. Nur so wird das feine Schmiermittel im gesamten Uhrwerk verteilt, reduziert abrieb und lässt die Uhr reibungslos funktionieren. Wird sie einfach nur in den Tresor gelegt, dann ist das schädlich für die Uhr. Als echte Geldanlage kann man sie daher nicht sehen. Sie muss regelmäßig aufgezogen werden und braucht auch alle paar Jahre ein Service beim Uhrmacher. Eine gründliche Reinigung und neues Schmiermittel erhalten den Wert. Will man Uhren als Geldanlage kaufen, dann ist wichtig, ihren Originalzustand zu erhalten. Schon der Austausch des Uhrbandes kann den Wert empfindlich senken.
Günstige Uhrzeit
Der Kompromiss sind eben Uhren aus einem leistbaren Preissegment. Es muss nicht immer die Luxusuhr sein, die an Wert gewinnt und gut am Handgelenk aussieht. Auch vergleichsweise billige Uhren überzeugen mit Qualität und ansprechender Optik. Als Alltagsbegleiter ist eine solche Uhr wesentlich besser geeignet, als eine wertvolle Luxusuhr einer der großen Marken. Nicht zuletzt deswegen, weil ein kleiner Kratzer in der günstigen Uhr kein Problem ist und ihr etwas Charakter gibt. In der Luxusuhr kann derselbe Kratzer bereits mehrere Tausend Euro wert sein.
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